Besichtigung 4C Produktion im Maserati-Werk (Modena) 12.04.2016

Für die visuellen Menschen: Ein kleiner Video-Rückblick
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Wie alles begann…
2015 ergab sich aus dem Kontakt zwischen Marco – seines Zeichens Clubpräsident – und Alfa Romeo Schweiz dank seiner langjährigen Aktivität für AR die Chance, das Maserati Werk in Modena zu besichtigen. Bis zur finalen Entscheidung vergingen weitere 9 Monate gefolgt von unzähligen Gesprächen zwischen Marco, AR CH und AR in Italien. Denn die Besichtigung des Werks durch externe Gruppen war so bis dato nicht vorgesehen und vor uns war zuvor nur eine Gruppe in den Genuss gekommen.

Nebenbei: Wer sich nun fragt, wieso das Werk für den einen oder anderen die heiligen Hallen sind, der weiss möglicherweise nicht, dass dort in liebevoller Handarbeit der 4C (Coupe und Spider) produziert werden.

Parallel dazu war Marco mit dem Chef Designer des 4C Alessandro Maccolini ebenso in Kontakt, der unter anderem auch das Design für die Giulia und Stelvio mit entworfen hat. Marco hatte ihn bereits mehrfach auf diversen Autosalons getroffen und sich daher auch schon intensiver mit ihm über AR, 4C und was noch kommen mag ausgetauscht. 

Als Alessandro hörte, dass wir planen, das Werk zu besichtigen, bot er an, zur Besichtigung dazu zustossen. Und wir vermuten, dass er auch nicht unbeteiligt daran war, dass diese überhaupt zu Stande gekommen ist. 

Und dann war es endlich soweit
Am Ende war nach langer Vorarbeit alles arrangiert und der Besichtigungstermin auf den 12. April festgelegt. Um diese in Ruhe in Angriff nehmen zu können, sind fast alle Mitglieder bereits im Vortag in Richtung Modena gestartet. Der letzte von uns kam erst in der Nacht aus den Ferien und hatte sich entschieden, direkt am frühen Dienstagmorgen von der Schweiz aus zu starten. 

Und so trafen sich ein Teil bereits am Montagmorgen bei strahlendem Sonnenschein in Neuenkirch, um von dort gemütlich gen Süden zu fahren. Auf der Schweizer Seite haben wir es dank moderater Fahrweise aller Verkehrsteilnehmer und insgesamt nicht soviel Verkehr noch recht entspannt genommen und sind komplett im Konvoi bis zum nächsten Treffpunkt Bellinzona gecruist – da machte sich für den einen oder anderen der Tempomat doch bezahlt. Dort sind noch zwei weitere Mitglieder zu uns gestossen – endlich waren wir komplett!   

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Als wir die Schweiz hinter uns gelassen hatten, wurde es dann doch spannend. Alleine die italienischen Maut-Stellen mit einem 4C zu passieren mag für den einen oder anderen immer wieder eine kleine Zitterparty sein. Das ganze dann noch im Konvoi plus dichtem Verkehr und einer eher dynamischen Fahrweise der anderen Verkehrsteilnehmer 🙂

Endlich im Hotel
Kurzum – bis wir in Modena waren, hat sich unser Konvoi immer wieder aufgelöst und wiedergefunden, hat sich durch Ausfahrten gedrückt um am Ende bei schönstem Wetter in Modena lautstark einzufahren. Das Hotel war schnell gefunden, nur das Parkieren stellte sich als kleine Herausforderung heraus. Nicht, dass es keine Garage gegeben hätte – die war aber einfach nur eng wie auf einer Fähre. Das Hotelpersonal bot an, alle Bellas zu parkieren und mit etwas Skepsis haben die meisten dann auch zugestimmt. Diese war zum Glück unbegründet – offensichtlich hat das Personal häufiger mit besonderen Autos zu tun – sie wussten, was sie taten und hatten noch Freude dabei. 

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Am Abend gab es zum warm-up zunächst einen Apéro und dann ging es mit leckerem Nachtessen weiter, bei dem die Italienisch-Kenntnisse einiger Mitglieder sich als sehr hilfreich erwiesen.  Zeit ein kurzes Resume zu ziehen: Essen fein, die Zimmer schön, das Personal nett, die Autos verstaut und das alles ohne Verluste. Alles in allem ein schöner Tag, der sich am Ende als doch recht anstrengend erwiesen hat. Die einen zog es noch an die Bar auf einen (oder mehr?) Absacker, die anderen schlugen den direkten Weg ins Bett ein, um fit für die Besichtigung am nächsten Tag zu sein. 
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Am nächsten Morgen sind alle mehr oder minder fit und munter in den Tag gestartet. Der eine war früh morgens schon zu Fuss in Richtung Maserati-Werk unterwegs, das nur 10 Minuten zu Fuss entfernt lag. Der andere hat sich ein wenig Modena angeschaut und für die Mitglieder die eine oder andere Impression eingefangen. Die Stadt selbst lohnt sich in jedem Fall auch ohne Werk – insbesondere, wenn das Wetter sich erneut von seiner besten Seite zeigt. 

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Gleich geht’s los
Unsere Bellas standen dann pünktlich zur Abfahrt aufgereiht vor dem Hotel und haben gleich mal die rechte Spur blockiert – man nahm es mehr als gelassen und schon scharten sich einige Menschen um unseren kleinen Konvoi.

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Unser Vorauskommando (Danke an unser Begleitfahrzeug an dieser Stelle) hat vorab die Lage erkundigt. Das hat sich dann in der Tat als Weise Entscheidung herausgestellt, da zunächst nicht klar war, wo die richtige Einfahrt ist. Am Ende war auch das geklärt und unser Tross setzte sich lautstark in Bewegung und war vermutlich in den meisten Teilen der Stadt zu hören – und es gab das eine oder andere begeisterte Gesicht.

Und schlussendlich hat dann alles geklappt. Auf dem Hof warteten bereits einige Vertreter von Alfa, plus unser Ferien-Club-Mitglied und ein Überraschungsgast, der über einen unserer Sponsoren gehört hatte, dass wir das Werk anschauen gehen und sich das auch nicht nehmen lassen wollte. AR verbindet eben.

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Ab in’s Werk!
Da innerhalb des Werks keine Fotos gemacht werden durften, bleibt euch der Anblick von einer Gruppe mit schönen Warnwesten und Headphones zur besseren Verständigung erspart. Die Kopfhörer erwiesen sich aber spätestens im Werk als recht nützlich, da wir uns stellenweise nur hintereinander aufreihen durften. Unser Tour-Guide führte uns durch die verschiedenen Fertigungsschritte des 4Cs, wobei die parallel zur Maserati Fertigung geschieht. Mindestens die 4C Produktion arbeitet nach dem Lean Prinzip, d.h. vor allem kontinuierliche Verbesserung (bekannt von Toyota) und ständige Adaption. Die Halle sollte man sich dabei auch nicht als eine grosse Stätte der Massenproduktion vorstellen, denn die Teile werden von überall her nach dem Just-in-Time Prinzip angeliefert und in recht wenigen Schritten manuell zusammengefügt.

Das eine oder andere Detail war in jedem Fall spannend und Raum für Fragen hatte es immer. Und die stellen wir dann auch reichlich als wir gegen Ender der Tour in der Qualitätskontrolle angekommen waren. Diese ist nach Aussage unseres Guides der teuerste Teil des gesamten Fertigungsprozesses. Denn von Anfang an war klar, dass der 4C die Rückkehr in die USA markieren sollte. Und das wollte man sich durch mittelmässige Qualität nicht verderben.

Am Ende war für viele Alessandro das Highlight, der zunächst anhand eines 4Cs ein wenig zur Geschichte des Projekts erzählte und auf einige Details des Designs einging, denn letztlich dient jede Form am Auto einer speziellen Funktion. Form follows Function.

Bei Fragen zum “Premium-Service” (einige erinnern sich an die Upgrade-Aktion aus dem letzten Jahr) hat er passen müssen, aber ein Mitglied des Design-Teams konnte hier mehr Auskunft geben. Im Rahmen des Lean-Prinzips hat man unterschiedliche Verbesserungen festgestellt, und wollte so alle Fahrzeuge auf einen Stand bringen. Das Zähmen der Schaltvorgänge hat er dabei auch bemerkt und vermutet, dass dies insbesondere für den US-Markt angepasst wurde um ggfs. übermässige Abnutzung der Kupplung zu vermeiden. Denn zumindest gemessen schien der 4C dadurch nicht schneller geworden zu sein. 

Bevor wir uns wieder draussen versammelten, hatten wir für Alessandro und unsere Tour-Guides noch ein paar Geschenke des Clubs (Espresso Tassen, Zucker) mitgebracht. Zusätzlich hat sich eins unserer Mitglieder nicht nehmen lassen, echte, Schweizer Schoggi mitzubringen.

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Alessandro nahm sich dann noch ausgiebig Zeit, um den einen oder anderen Kofferraum-Deckel zu signieren – zugegebenermassen eher widerwillig, da er den 4C auch ohne seine Signatur schön findet.
Dazu verteilt er allen Besuchern eine Grafik, die einen gemalten 4C im Projektstatus zeigt – ein wirklich tolles Geschenk! Marco kam noch mit dem Merchandising-Chef Antonio Erario ins Gespräch, der sich begeistert von unseren Club-Shirts zeigte und mit einem lächeln meinte, dass er diese sofort in’s Programm aufnehmen würde.

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Und dann hiess es schon wieder – Goodbye Modena!
Ein Learning aus dem Abschluss des Events: Wir machen das künftig direkt an der letzten Etappe des offiziellen Programms. Denn ein wenig schade fanden wir alle, dass wir uns ungeplant schnell zerstreuten. Das war bestimmt auch dem Umstand geschuldet, dass wir direkt nach Modena Sprit fassen wollten und die riesige Tankstelle genau EINEN Tankautomat besass, der dazu noch recht träge war.

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Die meisten fanden sich dann im Laufe der Heimfahrt wieder und somit war es nicht ganz so schlimm. Und schlussendlich sind wir alle wieder heil und unbeschadet nach Hause gekommen – und genau das ist das wichtigste.

Und nun – hat es sich gelohnt? 
10h im Auto, zwei Ferientage, über 900km zusätzliche auf dem Tacho und dazu noch auf der Autobahn – und dennoch war es für alle ein echtes Highlight, die Geburtsstätte des 4Cs zu kennen.

Von daher – vielen lieben Dank an alle, die das möglich gemacht haben! Und wer weiss – vielleicht kommen wir wieder?